Archiv für den Monat: Mai 2014

Musik beim Laufen – Alles nur Einbildung?

Ich laufe sehr gerne. Und auch oft gerne mit Musik. Manchmal ist es entspannend die Umgebung auf einen wirken zu lassen, gerade bei längeren Waldläufen zur Entspannung. Und wenn man mit anderen unterwegs ist, so ist Musik auch eher unangebracht.

Nichtsdestoweniger bin ich generell sehr musikbegeistert und höre dementsprechend natürlich auch oft beim Laufen Musik. Abgesehen vom reinen Konsum um des Konsums willen oder dem Nutzen gegen die Langeweile hat man meistens ja auch ein paar „Powersongs“, die einen schneller ins Ziel bringen, oder einem helfen diesen nervigen Anstieg besser zu verkraften.

Und natürlich gibt es auch zu diesem Thema wissenschaftliche Untersuchungen. Die Arbeitsgruppe um Szmedra hat 1998 zehn gut trainierte Läufer untersucht und auf ein Laufband gestellt. Einmal mit Musik, einmal ohne.

Was kann man hier feststellen? Nun, zum einen unterscheidet sich die Sauerstoffaufnahme bei beiden Versuchen nicht voneinander. Aber – und hier wird es interessant – bei den Läufen ohne Musik wurden größere Werte für Hämodynamik (der Blutfluss in den Gefäßen) und Laktat im Blut gemessen. Dies legt eigentlich einen höheren Energieverbrauch nahe („eigentlich“, weil dafür normalerweise auch die Sauerstoffaufnahme erhöht sein müsste).

Die Annahme ist nun, dass Musik es den Läufern erlaubt sich besser zu entspannen und somit den Blutfluss und den Laktatabbau durch eine geringere Muskelspannung zu begünstigen.

Es liegt also nahe, dass musikhören während des Trainings einen psychobiologischen Effekt hat.

Also Kopfhörer auf, Lieblingssong ausgewählt und ab dafür!

Schadet wenig Schlaf der Leistung?

Es gibt ja viele Dinge, die sich (negativ) auf die Leistung auswirken.
Eines dieser Dinge ist zu wenig Schlaf. Zumindest bekommt man das ja immer wieder gesagt. Aber stimmt das überhaupt? Nachdem ich vor dem Hermannslauf nur ca. 5h Schlaf hatte habe ich mal überlegt, ob es dazu wohl auch Studien gibt.

Nicht sehr viele, wie sich leider herausstellte. Aber eine, die ich heute vorstellen möchte wurde 2009 von der Arbeitsgruppe um Samuel Oliver durchgeführt. Wenn du sie lesen möchtest klick hier.

Was war die Ausgangsfrage?
Die Fragestellung des Papers war, ob sich 30h Schlafentzug negativ auf die Laufleistung auswirken.

Wie waren die Methoden?
Sieben männliche Erwachsene wurden in einer siebentägigen Studie untersucht. Einmal nach normalem Schlaf (496min, also knapp über 8h Schlaf) und einmal nach 30h Schlafentzug.
Die Probanden liefen daraufhin 30 Minuten bei 60% der VO2max auf einem Laufband. Im Anschluss durften sie das Lauftempo selber festlegen. Es wurden diverse Parameter gemessen.

Und die Ergebnisse?
Ziemlich einfach: Nach dem Schlafentzug schafften die Probanden deutlich weniger Kilometer als vorher.

Normaler Schlaf:
5674 – 6733 m

Nach Schlafentzug:
5527 – 6547 m

Die Körperkerntemperatur und andere Parameter veränderten sich hingegen nicht signifikant.

Interessanterweise namen die Probanden die Anstrengung als ähnlich war. Dies könnte auch ein Grund für die schlechtere Performanz sein.

Wenn du noch andere Studien zu diesem Thema kennst sag Bescheid, ich würde sie gerne lesen!